1919 – 1925

Neubeginn nach dem Ersten Weltkrieg

Nach dem Krieg beginnt der Verein im März 1919 wieder mit seiner Arbeit, die anfangs jedoch mit viel Mühe verbunden war.

“Heute feiert der Turnverein nach mehr als vierjähriger Ruhe seine Auferstehung. Die meisten Mitglieder waren während des Krieges 1914 -18 im Felde. Der Krieg hatte dem Verein auch ziemlich mitgespielt. Zunächst die Verluste an Menschenleben welche unten noch namentlich aufgeführt werden. Dann weiter die materiellen Verluste die er dem Verein zufügte. Die Turnhalle in einem schrecklichen Zustande des Zerfalls. Was der Zahn der Zeit nicht zerstört hatte das hatte die während des Krieges ganz und gar verwahrloste Jugend nachgeholt So standen die Mitglieder vor einem Trümmerhaufen…“
( Prot. v. März 1919)

Langsam normalisierte sich das Vereinsleben

Es wurden wie vor dem Kriege auch wieder Tanzveranstaltungen abgehalten und es wurde Theater gespielt. Doch nicht immer verlief alles zufriedenstellend; so wird z.B. Anfang 1923 über „sehr mäßigen“ Turnbetrieb geklagt. Die beginnende Inflation wirkte sich natürlich auch auf die Vereinseinnahmen und die Mitgliedsbeiträge aus. Einer Witwe konnten zwar aus den Einnahmen eines Weihnachtskonzerts 10 000 M. bewilligt werden, andererseits konnten aber auch die immer höher werdenden Beiträge die steigenden Unkosten nicht mehr decken, so daß Extrabeiträge erhoben werden mußten:

„II. Es wurde abgestimmt mit Stimmenmehrheit dem Gauturntest (Anmerkung: in Camberg) beizuwohnen und mit Musik hinzugehen. Dieselbe soll vom Verein bezahlt werden, wozu ein Extrabeitrag gehoben wird je nach Höhe des von der Musik verlangten Preises.

III.Der monatliche Beitrag wurde infolge der Geldentwertung au~ 500 M. festgesetzt ab 1. Juli, Eintrittsgeld auch auf 500 M. Zöglinge bezahlen Beitrag wie Eintrittsgeld die Hälfte…“
(Prot. 16.6.1923)

Im gleichen Jahr wird auch das Eingehen einer Interessengemeinschaft mit dem bestehenden „Sportverein 1899“ beschlossen, eine Vereinigung der beiden Vereine scheitert jedoch. Man nimmt sich vor, „zu keiner Zeit mehr in Verhandlungen mit dem Sportverein zwecks Vereinigung zu treten.“ Ende 1923 hat der Turnverein 108 Mitglieder. Erster Vorsitzender ist Adam Bender und Turnwart unser heutiger Ehrenoberturnwart Albert Schröder. Die monatlichen Mitgliedsbeiträge betragen nach der Inflation 10 Pf. bzw. 5 Pf.

1925 wird eine Faustballmannschaft aufgestellt und ein Jahr später bildet sich eine Damenriege.

Am 3. und 4.7.1927 feierte man ein Fest zum 25-jährigen Jubiläum mit Schau- und Werbeturnen:

„Eingeladen wurden nur Nachbarvereine. Leider war das Fest sehr schlecht besucht, wenig Vereine hatten sich angemeldet und von denen waren noch verschiedene ausgeblieben. Von den Gauvereinen wurde der Verein in keiner Weise unterstützt…”

(Prot. 14.8.1927)

 

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