1925 – 1929

Der Verein baut eine Turnhalle

Der Saal des Gastwirts K. Laux konnte, so wird im August 1925 berichtet, im Winter nicht mehr benutzt werden. Deswegen dachte man zunächst daran, die bestehende Halle im Scheid winterfest zu machen, sie also zu verglasen und mit einer anderen Decke und neuem Boden zu versehen. Die Arbeiten selbst sollten in Eigenhilfe geleistet werden, die Materialkosten wollte man durch Extrabeiträge, Preiskegeln und Gemeindezuschüsse decken.

Am 16.1.1927 faßte man jedoch den Beschluß, eine neue Turnhalle zu bauen. Noch heute sollten wir diesen Mitgliedern für ihren Entschluß dankbar sein. Denn betrachtet man sich die damalige finanzielle Lage des Vereins, so wird deutlich, daß nur mir viel Mut und Opferbereitschaft ein solches Vorhaben in Angriff genommen werden konnte:

„Der Kassenbestand von 1925
165,11 M.
Auf der Sparkasse waren angelegt
100,00 M.
Einnahmen von 1926
593,64 M.
Ausgaben von 1926
417,82 M.
175,82 M.

(Prot. 16.1.1927)

Man ließ sich auch von den geringen Einnahmen beim Fest im Juli 1927 nicht abschrecken und wählte eine Baukommission. Dann kaufte man eine Holzbaracke in Worms, ließ sie von Maurermeister Stoll mit Hilfe von Vereinsmitgliedern aus Münster dort abbrechen und nagelfrei zur Bahnstation Oberbrechen liefern.

Die Grundsteinlegung fand am 5.8.1928 statt. Sämtliche Vereine zogen von der Schule aus zum Bauplatz. Lehrer Kissel und Bürgermeister Fink hielten die Ansprachen, eine Urkunde wurde eingemauert, auch die Gesangvereine „Harmonie‘ und „Bruderliebe“ wirkten mit. Herrn August Böcher wurde für seine großzügige Spende an den Verein in einer besonderen Feierstunde gedankt, bevor er nach Amerika auswanderte.

Hunderte von Fahrten mit Pferdefuhrwerken waren nötig, um die Holzbalken und Bimssteine von Oberbrechen und den Splitt von Weyer nach Münster zu transportieren. Alle diese Fahrten wurden von den Mitgliedern durchgeführt. Das Fachwerk der Halle wurde in Eigenhilfe aufgestellt und ausgemauert. Fenster erhielt man vom Turnverein Seelbach. Zur Deckung der Kosten für Handwerker, die die Halle fertig stellten, wurden an die Mitglieder des Turnvereins Anleihscheine verkauft.

An Pfingsten 1929 wurde die neue Turnhalle, deren Bau nur durch den freiwilligen und kostenlosen Arbeitseinsatz der Vereinsmitglieder möglich geworden war, eingeweiht. Am Kommersabend wirkten der Turnverein Münster, eine Gauriege und die beiden Gesangvereine mit.

Die alte Halle am Scheid wurde nach Laubuseschbach verkauft.

 

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