1930 – 1941

Höhen und Tiefen im Vereinsleben bis 1941

In den folgenden Jahren ist in den Protokollen von wechselndem Turnbetrieb die Rede. 1929 stritt man sich heftig darüber, ob die männliche und weibliche Jugend gemeinsam oder getrennt Übungsstunden erhalten sollten.

Im Juni 1931 wurde eine „Sportabteilung‘ gegründet, die einmal in der Woche Leichtathletik betrieb, hauptsächlich jedoch Fußball. Später wurden sogar zwei Fußballmannschaften gebildet.

Nach einigen Zwischenlösungen konnten die Mitglieder des Turnvereins im Jahr 1933 mit dem Bau des Sportplatzes „Am alten Steinberg“ beginnen.
Die Arbeiten wurden später aber meist von den „Wohlfahrtserwerbslosen“ weitergeführt.

Die Vereinschronik gibt darüber Auskunft, daß sich die Turner und Turnerinnen in diesen Jahren oft aktiv an Festen und Turnabenden in Orten der näheren und weiteren Umgebung beteiligten. Kurios erscheint heute folgende Bemerkung, Festbesuche in Dauborn und Niederselters betreffend:

„Nachdem ein Auto in Augenschein genommen war, wurde der Plan durch vielerlei Ansichten verworfen und ein Wagen mit Pferden vorgezogen…“
(Prot. 26.5.1929)

Es ist daher auch nicht verwunderlich wenn man den Besuch von Turnfesten oft mit einer Wanderung verband. Die Mitglieder des Turnvereins waren bei ihren auswärtigen Wettkämpfen immer wieder sehr erfolgreich, so z.B. die Turner beim Turnfest in Camberg (1930) oder die Fußballmannschaft beim Turnier in Wolfenhausen (1931).

Größere Veranstaltungen des Vereins vor dem zweiten Weltkrieg waren das Fest zum 30-jährigen Jubiläum am 18.9.1932 und das Kreisturnfest 1936 in Münster.
Beim Jubiläumsfest wirkte der wieder neu gebildete Spielmannszug des Turnvereins unter Leitung von Konrad Schneider mit.

Die politischen Ereignisse dieser Jahre spiegeln sich auch im Vereinsleben wider:
Für die Wehrverbände wurden 1934 die Vereinsturnstunden Dienst. Es wurden Einheitssatzungen eingeführt.
Der Vorstand wurde aufgelöst und parlamentarische Grundsätze traten außer Kraft. Der 1.Vorsitzende wurde vom Gau zum 1. Führer ernannt, der sich seinen Turnrat bestimmte.

In den Jahren 1937/38 geriet der Verein in finanzielle Schwierigkeiten, da noch Schulden für die Turnhalle abgezahlt werden mußten. Der Verein konnte die Anleihscheine, die beim Turnhallenbau an die Mitglieder ausgegeben worden waren, nicht so schnell wie erwartet einlösen. Andererseits aber wurden dringende Reparaturen z.B. am Dach nötig.

„Im Januar ds. Ja. stellten wir an die Gemeinde den Antrag, für die Mitbenutzung der Turnhalle durch die Schule uns jährlich eine Entschädigung von 300 RM zu zahlen, damit wir unseren Verpflichtungen nach kommen konnten. Die Gemeinde lehnte diesen Antrag ab, erklärte sich aber bereit, die Halle zu übernehmen”.
(Prot. 18.6.1938)

Schweren Herzens wurde die Halle, die der Turnverein mit vielen Opfern erbaut und unterhalten hatte, im August 1938 an die Gemeinde übergeben, die auch die Restschulden von 9.500 Mark übernahm. In der folgenden Zeit wurden die notwendigen Arbeiten an der Turnhalle von der Gemeinde ausgeführt.

1940 erhielt der Verein den Namen “Turngemeinschaft Münster 1902 e.V.“

Ein Jahr später kam der Turnbetrieb infolge Einberufungen zur Wehrmacht zum Erliegen.

 

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